Diakonie-Krankenhaus Wehrda

Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg

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Die DGD-Kliniken sind ein christlicher Klinikverbund, der den einzelnen Patienten als Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns stellt und zugleich eine medizinische und pflegerische Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau sicherstellt.

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Kliniken arbeiten derzeit hart am Limit

Oberhessische Presse vom 20.03.2017

Akutversorgung in Marburg-Biedenkopf sichergestellt · Personal muss für kranke Kollegen mitarbeiten

Die Grippewelle hat Deutschland im Griff – und das wirkt sich auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens aus. Die Krankenhäuser machen da keine Ausnahme.

von Carsten Beckmann

Marburg. Mehr Akutpatienten bei gleichzeitig krankheitsbedingt dünnerer Personaldecke: Für die Kliniken ist landauf, landab die Versorgungslage angespannt bis prekär. Bereits seit Ende November 2017 seien kontinuierlich steigende Patientenzahlen zu verzeichnen, sagt Frank Steibli, Pressesprecher des Universitätsklinikums Gießen und Marburg: „Die Grippewelle begann in diesem Winter ungewöhnlich früh, und sie fällt deutlich heftiger aus als in den Vorjahren“, lautet Steiblis Bestandsaufnahme. Hauptsächlich ältere Patienten „mit einer Reihe von Grund- und zusätzlichen Nebenerkrankungen“ landen an beiden Klinikstandorten, aber auch „junge Menschen mit schweren und intensivpflichtigen Infektionen der Atemwege“, beschreibt der UKGM-Sprecher die gegenwärtige Lage: „Es ist extrem angespannt in allen Bereichen, unser Programm ist derzeit sehr ambitioniert und erfordert von allen viel Flexibilität.“ Denn natürlich mache die Grippewelle auch vor dem Personal nicht halt, so Steibli. Patienten werden jedoch weiterhin aufgenommen, es sei denn, die Aufnahmen sind geplant und ohne Risiko verschiebbar. Aber das Bettenmanagement sei „in diesen Tagen extrem gefordert“. Selbst bei voller Belegung könne es sein, dass über ein Notzuweisungssystem nicht nur aus dem unmittelbaren Versorgungsgebiet Erkrankte aufgenommen werden, sondern auch überregionale Aufnahmen erfolgen. „Die OP-Planung hat sich auf die Ausnahmesituation durch die Grippewelle so gut wie eben möglich eingestellt.“ Die Lage scheint also wirklich angespannt zu sein, doch offenbar hat zumindest Hessens Krankenhauslandschaft die Situation noch einigermaßen im Griff.

Wirkliche Entspannung ist derzeit noch nicht in Sicht

Besser zumindest als der Hohe Norden: In Schleswig-Holstein herrschte bereits in der vergangenen Woche Alarmstufe Rot, als in den dortigen Kliniken nur noch absolute Notfälle aufgenommen werden konnten.

Mitte März meldete das Robert-Koch-Institut, dass in dieser Saison bereits mehr als 215500 Menschen in Deutschland nachweislich an Grippe erkrankt sind. Allein in der zehnten Kalenderwoche lag die Zahl bestätigter, an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelter Fälle bei knapp 46 400. In der Woche zuvor hatte die Arbeitsgemeinschaft Influenza rund 42 400 neue Fälle gemeldet. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich darüber liegen, weil sich all jene Kranken, die ihre Infektion ohne Arztbesuch zu Hause auskurieren, natürlich nicht erfassen lassen. Und obwohl die Kurve in einigen Bundesländern wieder leicht nach unten zeigt, ist eine Entspannung derzeit noch nicht in Sicht – zumindest solange nicht, wie das aktuelle bitterkalte Winterwetter anhält.

Im Diakoniekrankenhaus Wehrda zeigt sich eine ähnliche Lage wie am UKGM: „Vor allem in den internistischen Abteilungen sind wir seit Wochen vollbelegt“, sagte Krankenhausdirektor Volker Röhrig auf Anfrage der OP: „Aber wir mussten noch keine stationären Patienten abweisen.“ Durch sogenannte interdisziplinäre Belegungen versuche man, der Lage Herr zu werden – Patienten werden also, so weit das aufgrund ihres Befundes vertretbar ist, auf der Station untergebracht, die gerade ein freies Bett hat.

„Wir kämpfen um Beatmungskapazitäten“

Röhrig erklärte weiter: „Wir kämpfen insbesondere um Intensiv- und Beatmungskapazitäten.“ Doch was das betrifft, scheint es andernorts noch kritischer zu sein, denn: „Wir haben hier bereits Beatmungspatienten intensivpflichtig versorgt, die uns aus dem Rhein-Maingebiet geschickt wurden.“ Was das Personal anbelange, sei das Diakoniekrankenhaus im gleichen Maß betroffen wie alle Kliniken, so der Direktor: „Wir konnten das bisher durch Mehrarbeit, durch punktuelle Überstunden ausgleichen.“

Auch in Biedenkopf sieht es nicht viel anders aus: „Klar, uns hat‘s genauso erwischt wie alle anderen auch“, sagte gestern Sebastian Spies, Personalleiter im DRK-Krankenhaus Biedenkopf: „Die Patientenzahlen steigen, der Krankenstand beim Personal auch – der ist wirklich enorm hoch.“ Doch mit den verbliebenen, „sehr motivierten“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelinge es nach wie vor, weder Operationen verschieben noch Stationen schließen zu müssen, so Spies im Gespräch mit der OP.

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