DKH Wehrda stockt Intensivstation auf

Hightech und Fachkompetenz retten Leben
Diakonie-Krankenhaus Wehrda stockt IntensivstationIntensivstation Pflegebereich mit intensiver Behandlung und ständiger Überwachung akut erkrankter Patienten auf

Bereits seit 21 Jahren leitet Armin Vollmer, 58, aus Cölbe die Intensivstation des Diakonie-Krankenhauses. Ganz aktuell hat er gleich mehrere neue Beatmungsgeräte in Betrieb genommen. Schwerstkranke Patientinnen und Patienten können jetzt noch schneller und sicherer behandelt werden. Ein Besuch auf Station.

Auf der Intensivstation am Diakonie-Krankenhaus werden schwerstkranke Patienten überwacht und behandelt – Menschen, die akut in Lebensgefahr schweben. Andere Patienten werden hier, etwa nach Operationen, vorsorglich betreut. „Da ist es wichtig, immer auf dem technisch und fachlich neuesten Stand zu bleiben“, sagt Armin Vollmer. Nicht erst seit Corona spielt die künstliche Beatmung eine wichtige Rolle in seinem Berufsalltag.

Ein komplexes Beatmungssystem versorgt die menschlichen Zellen mit lebenswichtigem Sauerstoff und transportiert das bei den Stoffwechselvorgängen anfallende Kohlendioxid ab. Schwerwiegende Störungen können lebensbedrohliche Folgen haben und machen die Behandlung auf der Intensivstation erforderlich. „Nur wenige Minuten eines unbehandelten Atemstillstandes reichen aus, um empfindliche Zellen im Gehirn dauerhaft zu schädigen“, weiß Armin Vollmer.

Beatmungstechnik auf neuem Level

Bisher gab es im Diakonie-Krankenhaus drei Beatmungsgeräte für sieben Intensivbetten. Jetzt wurden die Kapazitäten erhöht und vier weitere Geräte angeschafft – somit können sieben Patienten parallel vollständig beatmet werden. Wenn Armin Vollmer über die neuen Möglichkeiten spricht, leuchten seine Augen: „Wir können unsere Patientinnen und Patienten jetzt noch schneller und  umfangreicher behandeln“. Beatmungsgeräte vom Typ Savina 300 ermöglichen unter anderem die Beatmung intubierter Patienten, die einen Beatmungsschlauch über Mund oder Nase in die Luftröhre gelegt bekommen. „Bei der mechanischen Beatmung führen wir Sauerstoff zu und waschen Kohlendioxid aus. Das verhindert beispielsweise die Hypoxämie, den lebensgefährlichen Sauerstoffmangel im arteriellen Blut.“

Auch neu: Mit dem Prismaflex-System ist in Wehrda jetzt eine Nierenersatztherapie möglich. Dabei wird per Hämodialyse das Blut des Patienten außerhalb des Körpers gereinigt. „Das Gerät kommt bei schwerkranken Patienten mit  akutem Nierenversagen zum Einsatz, wenn der Körper Giftstoffe nicht mehr selbstständig ausscheiden kann. Zur Reinigung durchläuft das Blut den sogenannten Dialysator und wird anschließend wieder dem Patienten zugeführt“, erklärt Armin Vollmer.

Das dritte neue Gerät im Bunde bietet eine sogenannte High-Flow-Sauerstofftherapie, eine Form der nicht-invasiven, unterstützenden Beatmung. Dabei erhalten Patienten – meist über eine Nasenbrille – erwärmte, befeuchtete und sauerstoffangereicherte Luft. „Das kommt bei spontan atmenden Patienten zum Einsatz, die Sauerstoff mit höherem Durchfluss benötigen. Dabei strömen rund 40 Liter Luft pro Minute durch die Lunge des Patienten, um die Sauerstoffsättigung im Blut zu steigern.“ Das Verfahren biete dem Patienten mehr Komfort, da nur wenig Druck auf die Lunge aufgebaut wird.

Auch der Erfahrungsschatz wächst

Deutlich wird: Die Möglichkeiten der heutigen Beatmungstherapie einschließlich der zur Verfügung stehenden Technik sind mittlerweile sehr vielfältig geworden. Das setzt ein geübtes und eingespieltes Behandlungsteam voraus – jeder Handgriff muss sitzen. An seiner Seite weiß Armin Vollmer ein engagiertes Team. Da ist zum Beispiel die 33-jährige Anna-Lena Schneider aus Dautphe. Im Mai hat sie erfolgreich ihre zweijährige Zusatzausbildung abgeschlossen und darf sich jetzt „Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin“ nennen. Diesen Weg hat auch Vivien Koch, 26 Jahre aus Cölbe, eingeschlagen. Im November 2020 startete sie die Ausbildung, für die sie noch so einige freie Wochenenden bis zum Abschluss investieren wird. „Beide eignen sich Fachwissen an, das uns hilft, Abläufe kontinuierlich zu verbessern – und sind für uns eine große Bereicherung“, freut sich Armin Vollmer.

 

Anna-Lena Schneider, Armin Vollmer und Vivien Koch mit den neuen Beatmungsgeräten Savina 300, Prismaflex und dem „High-Flow“-Sauerstofftherapiegerät (jeweils von links). Foto: Frank Kaiser

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