Diakonie-Krankenhaus Wehrda

Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg

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Die DGD-Kliniken sind ein christlicher Klinikverbund, der den einzelnen Patienten als Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns stellt und zugleich eine medizinische und pflegerische Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau sicherstellt.

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12. Mai 2015 - Mit dem Skalpell gegen den Rückenschmerz

Oberhessische Presse 12.05.2015

Chirurgen des Wirbelsäulenzentrums Wehrda operierten erfolgreich den 15 000. Patienten

Rund 1 000 Patienten unterziehen sich jährlich im Wirbelsäulenzentrum des Diakonie-Krankenhauses Wehrda einer RückenOperation. Jetzt wurde der 15 000. Rückenkranke erfolgreich von jahrelangen Schmerzen befreit.

von Ina Tannert

Oliver Sascha Hobsch aus Michelbach (Mitte) ist der 15 000. Patient des Marburger Wirbelsäulenzentrums. Über seine Genesung freuen sich Dr. Claudia Schuckart (von links), Dr. Heiko Mewes, Christian Uloth, Direktor des Diakonie-Krankenhauses, und Dr. Carsten Busch. Foto: Ina Tannert

Wehrda. Seit Jahren plagen Oliver Hobsch aus Michelbach bereits Rückenschmerzen, nach drei Bandscheibenvorfällen konnte er kaum noch laufen. Hilfe fand er im Wirbelsäulenzentrum am Diakonie-Krankenhaus in Wehrda.

Die Palette der Rückenerkrankungen ist lang, reicht von Bewegungsproblemen, gravierenden Lähmungserscheinungen bis zu heftigen Beschwerden, wie etwa nach einem Bandscheibenvorfall. Unerträgliche Schmerzen brachten auch Patient Nummer 15 000 in die Praxis und schließlich auf den Operationstisch. „Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, konnte nicht mehr richtig laufen“, erzählt Hobsch. Als Außendienstler ist der Michelbacher viel unterwegs, Auto fahren und Bürotätigkeit im Sitzen wurde ihm nach dem mittlerweile dritten Bandscheibenvorfall zunehmend eine Qual.

„Die Schmerzen zogen sich irgendwann vom Rücken bis in die Zehen“, erinnert sich der Patient. Nachdem die Schmerzmedikamente nicht mehr geholfen hatten, entschied er sich widerstrebend für eine „Nukleotomie“. Während dieses chirurgischen Eingriffs wurde ihm ein Teil der unteren Bandscheibe „L5S1“ entfernt. An der Stelle, wo der Lendenwirbel in das Steißbein übergeht, schnitten die Chirurgen das Gewebe weg, das den Nerv einklemmte und die Schmerzen verursachte, erläuterte Dr. Heiko Mewes. Mittlerweile ist Hobsch schmerzfrei, „ich bin so erleichtert und glücklich“, kann der Rückenpatient heute sagen. Einen Tag nach der OP kann er bereits aufstehen und herumlaufen. Trotzdem steht für die nächsten sechs Wochen Schonung und Reha auf dem Programm, körperlich anstrengen darf er sich nicht.

Rückenschmerzen sind mit die häufisten Beschwerden in Deutschland, gelten als Volkskrankheit. „Die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls wird hauptsächlich von genetischen Veranlagungen beeinflsst und zieht sich durch sämtliche Berufsgruppen“, erläutert Mewes. Völlig ausschließen kann man eine Erkrankung auch durch das richtige Verhalten demnach nicht, wohl aber den Rücken stärken und damit das Risiko mindern. Sitzen ist der Bandscheibe nicht förderlich, daher gilt: „während der Arbeit häufier aufstehen und bewegen, Treppen laufen, täglich einen strammen Spaziergang auf sich nehmen, Joggen oder Walken – es gibt viele Möglichkeiten“, sagt der Arzt. Entscheidend sei dabei nicht die Sport- oder Bewegungsart, sondern dass man „täglich aktiv ist“.

Die Neurochirurgische Gemeinschaftspraxis wurde 1999 in Kooperation mit der Klinik gegründet und seitdem stetig erweitert. Ein vierköpfies Ärzteteam, darunter Dr. Claudia Schuckart, Dr. Heiko Mewes sowie Dr. Carsten Busch, betreuen die Rückenpatienten, überwachen Therapien und Operationen. Rund 10 000 Patienten werden jährlich im Marburger Wirbelsäulenzentrum behandelt, etwa jeder zehnte davon unterzieht sich einer Operation.

 „Wir operieren nicht mehr als notwendig“

„Das ist ein gutes Verhältnis, wir operieren nicht mehr als notwendig“, betont Dr. Schuckart. Das Thema sei jedoch negativ belastet und scheidet die medizinische Branche. Gegner dieser chirurgischen Praxis lehnen einen operativen Eingriff nach einem Bandscheibenvorfall entschieden ab und kritisieren diese Therapie scharf, wissen die Mediziner. Sicherlich gebe es schwarze Schafe unter den Kollegen, die „zu schnell und zu viel operieren“, sagt Mewes. Generell sei eine solche Operation, auch wenn es nicht um Leben und Tod gehe, jedoch hinnehmbar, um ein normales Leben ohne Schmerzen führen zu können.

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