Diakonie-Krankenhaus Wehrda

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Multiresistente Erreger im Keim ersticken

Oberhessische Presse 22.07.2016

Sechs Kliniken im Landkreis Marburg-Biedenkopf beantragen gemeinsam das MRE-Siegel

Die Kliniken im Landkreis Marburg-Biedenkopf haben den multiresistenten Erregern (MRE) den Kampf angesagt: Jetzt wollen sie es Schwarz auf Weiß sehen, wie gut sie im Bereich der Bekämpfung dieser Erreger sind.

Vertreter der Kliniken im Landkreis Marburg-Biedenkopf reichten ihren Antrag zur Erteilung des MRE-Siegels beim Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf ein. Landrätin Kirsten Fründt (links) nahm als Behördenleiterin zusammen mit Dr. Birgit Wollenberg (Zweite von links), der Leiterin des Gesundheitsamtes, die Anträge entgegen. Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

Marburg. Geschäftsführer und Direktoren des Universitätsklinikums Gießen-Marburg (UKGM) am Standort Marburg, des Diakonie-Krankenhauses in Wehrda, der Vitos-Kliniken Gießen-Marburg am Standort Cappel, des DRK-Krankenhauses in Biedenkopf, der Hessischen Berglandklinik sowie des Rheumazentrums Mittelhessen in Bad Endbach reichten ihren Antrag zur Erteilung des MRE- Siegels beim Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf ein. Landrätin Kirsten Fründt nahm als Behördenleiterin zusammen mit Dr. Birgit Wollenberg, der Leiterin des Gesundheitsamtes, die Anträge entgegen. Das MRE-Siegel wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft der Netzwerkkoordinatoren Hessen erarbeitet. Es soll an Einrichtungen verliehen werden, die über mindestens zwei Jahre die Siegelkriterien erfüllen. Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Aufstellung eines Hygieneplans und der Meldepflicht von MRE-Daten werden auch gezielte Untersuchungen zur Auffindung von MRE, Methoden zur Verbesserung des Händedesinfektionsmittelgebrauchs sowie regelmäßige MRE-bezogene Fortbildungen des Personals verlangt. Außerdem werden die Informationen über MRE für Patienten verbessert.

Landrätin Kirstin Fründt wies auf die gute Zusammenarbeit der Kliniken in dem Arbeitskreis „Interhospitale Konferenz“ beim Gesundheitsamt des Landkreises hin. „Es ist eine große Chance, wenn unsere Kliniken sich nicht als Konkurrenten begreifen, sondern die verschiedenen Kompetenzen nutzen und Hand in Hand arbeiten. Ich gehe davon aus, dass durch verbesserte Kommunikation auch im Umgang mit MRE eine noch wirksamere Bekämpfung der Verbreitung der multiresistenten Erreger für unsere Bevölkerung erreicht werden kann“, so die Landrätin weiter.

Gemeinsamer Kampf gegen multiresistente Erreger

Der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner begrüßte die gemeinsame MRE-Offensive der heimischen Kliniken. Diese füge sich in die vom Hessischen Ministerium für Soziales und Gesundheit gestartete „Initiative Patientensicherheit und Qualität Hessen“ ein. Dr. Martin Just, der Vorsitzende des MRE-Netzes Mittelhessen und Fachdienstleiter für Gesundheitsaufsicht und Infektionsschutz beim Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf, erwartet durch das MRE-Siegel einen zusätzlichen Schub für den gemeinsamen Kampf gegen multiresistente Erreger. Professor Reinier Mutters, der Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum in Marburg, wies darauf hin, dass im UKGM derzeit eine Screening-Studie mit der Fragestellung durchgeführt wird, ob die bisher üblichen Screenings zur Erkennung von MRE ausreichend sind oder ausgeweitet werden müssen. Mit Ergebnissen sei bald zu rechnen.

Multiresistente Keime existieren nicht nur in Kliniken. Sie sind fast überall anzutreffen. Ein Kontakt mit den Keimen führt nicht automatisch zu einer Ansteckung oder Erkrankung. Im medizinischen und pflegerischen Bereich ist die Einhaltung der Hygienestandards aber von großer Bedeutung, da damit die Gefahr einer Infektion für Menschen mit geschwächtem Immunsystem so weit wie möglich minimiert wird.

Antibiotika nicht  vorschnell einnehmen

Dr. Just weist darauf hin, dass neben der Verbreitung von MRE auch die Entstehung von MRE im Fokus bleiben muss. Im MRE-Netzwerk wurde deshalb die Kampagne zum angemessenen Einsatz von Antibiotika „Weniger ist mehr“ entwickelt. „Antibiotika sind sehr wirksame Mittel zu Bekämpfung von bakteriellen Erkrankungen. Aber die meisten Erkältungen oder grippalen Infekte entstehen durch Viren. Dann nützt ein Antibiotikum gar nichts, sondern erhöht nur die Gefahr der Entstehung von neuen resistenten Keimen.“ Jeder Bürger könne etwas tun, meint der MRE-Experte. Dr. Just rät dazu, Antibiotika nicht vorschnell einzunehmen. „Lieber den Arzt fragen, ob eine Antibiotikaeinnahme wirklich nötig ist oder ob es Alternativen dazu gibt. Restbestände von Antibiotika sollten unbedingt entsorgt und keinesfalls auf eigene Faust eingenommen werden.“

Weitere Informationen im Internet unter www. mre-netzwerk-mittelhessen.de.

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