Die winterlichen Temperaturen und Wetterbedingungen führen derzeit zu einer deutlichen Zunahme von Patientinnen und Patienten mit Infekten der oberen Atemwege, wie Erkältungskrankheiten, Influenza und Covid-19. Das stellt das DGD Diakonie-Krankenhaus in Wehrda fest. Viele dieser Beschwerden sind jedoch keine akuten Notfälle, was die Kapazitäten für schwere bis lebensbedrohliche Fälle belastet.
„Wir beobachten in den letzten Tagen eine spürbare Steigerung allgemeiner Erkältungserkrankungen, grippaler Infekte sowie von Covid-19- und Influenza-Fällen, die typisch für diese Jahreszeit sind“, erklärt Michel André Bott, Chefarzt der Inneren Medizin. Der Internist betont: „Wir sind personell stark aufgestellt, sodass wir das erhöhte Aufkommen problemlos bewältigen – gleichwohl bitten wir alle Betroffenen, bei milden Symptomen nicht direkt die Notaufnahme aufzusuchen.“
Denn neben den Infektionsfällen steigen parallel auch unfallchirurgische Notfälle an: Vermehrt melden sich Patientinnen und Patienten mit witterungsbedingten Verletzungen in der Notaufnahme, etwa Frakturen oder Prellungen, ausgelöst durch Stürze aufgrund der Glätte und rutschiger Straßen.
Die Klinik ist anerkannter Notfallstandort des Landkreises und appelliert an die Bevölkerung, die Zentrale Notaufnahme für echte Notfälle freizuhalten. Bei milderen Beschwerden sind der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder die Hausärztinnen und -ärzte die erste Anlaufstelle. „Das flächendeckende Versorgungssystem aus ärztlichem Bereitschaftsdienst, Hausärzten, Notaufnahmen und Rettungsdiensten kann nur dann reibungslos am Laufen gehalten werden, wenn jeder die richtige Anlaufstelle nutzt – eine kluge Verteilung der Patientinnen und Patienten sichert die optimale Versorgung für alle“, betont Bott.
Trotz erhöhtem Patientenaufkommen ist das DGD Diakonie-Krankenhaus Wehrda auf die aktuelle Situation bestens vorbereitet: Dank erfahrener, motivierter Fachkräfte, hochkompetenter Teams und bestens aufeinander abgestimmter Strukturen steht es jederzeit bereit, um zusätzlich sowohl Menschen mit Infektionskrankheiten als auch Unfallopfer optimal zu behandeln. „Unsere Patientinnen und Patienten können sich immer auf eine bestmögliche Versorgung verlassen – wir weisen niemanden ab und sind für diese Herausforderungen gerüstet“, betont Bott.
Tipps vom Chefarzt bei grippaler Erkältung oder Atemwegsinfekt
1. Was Sie selbst tun können:
Eine Erkältungskrankheit oder ein grippaler Infekt ist meist harmlos und heilt von allein. Sie können Ihren Körper dabei jedoch unterstützen:
- Viel trinken: Wasser, Tee oder klare Brühe helfen, die Schleimhäute feucht zu halten.
- Ruhe und Schlaf: Körperliche Schonung unterstützt die Genesung.
- Frische Luft: Regelmäßig lüften, trockene Heizungsluft vermeiden.
- Nase pflegen: Nasendusche oder Kochsalzspray befreien die Nase.
- Gurgeln: Mit lauwarmem Salbei- oder Kamillentee gurgeln beruhigt den Hals.
- Honig: Ein Teelöffel Honig (nicht bei Kindern unter einem Jahr!) kann Hustenreiz lindern.
- Schmerz oder Fieber: Bei Bedarf Ibuprofen oder Paracetamol (nach Packungsbeilage).
Antibiotika sind meist nicht notwendig, da Erkältungen fast immer durch Viren verursacht werden.
2. Wann Sie zum Hausarzt gehen sollten:
Suchen Sie Ihren Hausarzt auf, wenn:
- Fieber länger als drei Tage anhält oder längere Zeit über 39 Grad Celsius steigt,
- die Beschwerden sich nach einigen Tagen nicht bessern oder verschlimmern,
- stärkste Halsschmerzen, Ohrenschmerzen oder eitriger Husten auftreten,
- Sie sich sehr abgeschlagen fühlen,
- Sie chronische Erkrankungen haben (etwa Herzschwäche, Asthma, COPD, Diabetes, Immunschwäche). Lesen Sie hierzu aufmerksam untenstehende Erläuterung für chronisch Erkrankte.
3. Wann Sie sofort ärztlichen Rat suchen sollten:
Rufen Sie den ärztlichen Notdienst (116 117) oder bei akuter Gefahr 112, wenn:
- Sie schwer Luft bekommen oder das Atmen sehr anstrengend ist,
- Sie bläuliche Lippen oder Finger bemerken,
- Sie bewusstseinsgetrübt oder sehr benommen sind,
- Sie nichts trinken können oder Anzeichen einer Austrocknung haben (trockene Lippen, kaum Urin),
- sich Ihr Zustand plötzlich stark verschlechtert.
4. Geduld – so lange dauern Erkältungen in der Regel:
- Schnupfen & Halsschmerzen: fünf bis zehn Tage
- Husten: bis zu drei Wochen
- Fieber & Abgeschlagenheit: zwei bis vier Tage
Wenn es Ihnen nach etwa ein bis zwei Wochen langsam besser geht, ist das ein normaler Verlauf.
Wichtig für chronisch Erkrankte:
Wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden, z. B. COPD, Asthma, Herzschwäche, Immunschwäche reagieren Sie empfindlicher auf Infekte. Suchen Sie früher ärztliche Hilfe auf – besonders, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:
Rufen Sie den ärztlichen Notdienst (116 117) oder bei akuter Gefahr 112, bei
- Zunehmender Atemnot, stärker als gewohnt oder bereits in Ruhe
- Bläulichen Lippen oder Fingern
- Sprech- oder Atemnot, sprechen von ganzen Sätzen nicht mehr möglich
- Engegefühl oder Schmerzen in der Brust, Herzrasen oder Herzstolpern
- Bewusstseinsveränderung, starker Schwäche oder Verwirrtheit
- Sauerstoffsättigung unter 92 Prozent (bei Messung zu Hause), besonders trotz Sauerstoffgerät
- Keine Besserung trotz Ihrer gewohnten Notfallmedikamente (etwa Inhalator, Kortisonstoß)
Gehen Sie frühzeitig zum Hausarzt, wenn:
- Ihre Atemnot innerhalb weniger Stunden oder Tage zunimmt,
- Sie sich trotz Inhalation oder Medikamenten nicht bessern,
- Sie nicht genug trinken oder essen können,
- Ihr Kreislauf schwach ist oder Sie sich außergewöhnlich erschöpft fühlen.
