GKV-Spargesetz: Klinik-Geschäftsführer setzen starkes Zeichen

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am 12. Juni bezogen Geschäftsführende von sechs Kliniken aus Hessen Stellung zu den befürchteten, massiven Auswirkungen des Sparpakets der gesetzlichen Krankenversicherung.

Unter dem Motto #hessenversorgtnoch versammelten sich am 12. Juni die Geschäftsführungen mehrerer Kliniken aus dem Versorgungsgebiet 3 (Landkreise Marburg-Biedenkopf, Gießen, Lahn-Dill-Kreis und Wetteraukreis) zu einer gemeinsamen, trägerübergreifenden Pressekonferenz in Gießen. Das gemeinsame Ziel: auf die drastischen Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung für die Gesundheitsversorgung in unserer Region aufmerksam zu machen. 

Die Krankenkassen in Deutschland sind in einer finanziellen Schieflage, das wird nicht bestritten. Die Lösung kann aber nicht in pauschalen Kürzungen bei den Kliniken liegen. Dies würde den Fortbestand vieler Krankenhäuser gefährden und geht auf Kosten der Beschäftigten und der Qualität von medizinischer und pflegerischer Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.

Den Fragen der Presse stellten sich gemeinsam: Der Geschäftsführerin der Asklepios Klinik Lich GmbH, Antonia Schenk Gräfin von Stauffenberg, dem Geschäftsführer des DGD Diakonie-Krankenhauses Wehrda (Marburg), Sebastian Spies, dem Geschäftsführer der Kerckhoff-Klinik (Bad Nauheim), Matthias Müller, dem Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken GmbH (Wetzlar), Tobias Gottschalk, dem Geschäftsführer der St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung gemeinnützige GmbH, Andreas Leipert, und dem Kaufmännischen Geschäftsführer des Universitätsklinikums Marburg, Jan Voigt. 

Allen ging es darum, im Rahmen der Kampagne der Hessischen Krankenhausgesellschaft ein gemeinsames Signal aus Mittelhessen nach Berlin zu senden:

Die Krankenhäuser sind eindeutig bereit für Reformen, wichtig sind dafür jedoch der Abbau überflüssiger Bürokratie, Verlässlichkeit im bereits begonnenen Transformationsprozess und der Neuaufstellung der Kliniken, Vertrauen in bestehende Tarifabschlüsse, die vollständige Finanzierung von Gehaltssteigerungen, keine Erhöhung der aktuellen Prüfquoten und ein ganz klares Signal an alle im Gesundheitswesen, dass man ihre Arbeit wertschätzt und sie eine wichtige wirtschaftliche Rolle spielen.

Sebastian Spies: Politik ignoriert Ernst der Lage für Kliniken

Geschäftsführer Sebastian Spies macht deutlich: "Mit der Krankenhausreform befinden wir uns bereits in einem der größten Transformationsprozesse überhaupt und nun soll uns über die nächste Reform dafür die finanzielle Grundlage entzogen werden – das ist ein Widerspruch in sich. Der Ernst der Lage wird von der Politik konsequent ignoriert. Man kann Krankenhäuser sehr gut reformieren, ein ganzes System reformieren, aber nicht mehr dann, wenn es kaputtgespart wurde."

Die Krankenhäuser in Deutschland verdienen das Vertrauen der Bundesregierung - kein Spar- und Kürzungsprogramm!