Mit tiefem Bedauern und großer Trauer nimmt das DGD Diakonie-Krankenhaus Wehrda Abschied von Dr. med. Jörg Schwab, dem langjährigen Chefarzt der Abteilung für Geriatrie, der am 2. März 2026 im Alter von 71 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert die Klinik eine hochgeschätzte medizinische Persönlichkeit, die über viele Jahre hinweg die geriatrische Versorgung in Marburg und weit darüber hinaus maßgeblich bereichert hat. Ein herber Verlust für das Haus, das zugleich mit Wertschätzung und großer Dankbarkeit auf das unvergessliche Wirken und die besondere Hingabe des Mediziners blickt.
Mit seiner hohen Fachkompetenz, seinem unermüdlichen Engagement und herzlichen, respektvollen Umgang mit seinen Mitmenschen prägte Dr. Schwab die Abteilung in vielfacher Weise. Er war ein Mensch, der durch seine einzigartige empathische und zugewandte Art, seine tief verwurzelten diakonischen Werte und durch sein herausragendes Fachwissen Maßstäbe setzte. „Dr. Jörg Schwab war nicht nur ein hochqualifizierter Mediziner, sondern ein echter Pionier in der Altersmedizin, dessen unermüdlicher Einsatz und menschliche Wärme nicht nur das Klinikleben in Wehrda nachhaltig bereichert haben“, sagt Sebastian Spies, Geschäftsführer des DGD Diakonie-Krankenhauses Wehrda.
Außergewöhnlicher Einsatz für die Altersmedizin
Schwabs medizinische Laufbahn begann mit einem Studium der Humanmedizin in Marburg und Lübeck. Nach dem Staatsexamen folgten vielseitige Facharztaus- und Weiterbildungen in der Inneren Medizin, Allgemeinmedizin, Geriatrie, Altersheilkunde, Palliativ- und Notfallmedizin sowie physikalischer Medizin. Zwischen 1990 und 2014 war er als Chefarzt der Medizinischen Klinik am Jakobi-Krankenhaus in Rheine tätig. Dort baute er eine der am breitesten gefächerten Geriatrien Deutschlands auf und setzte sich früh für die Weiterentwicklung der Altersmedizin und Alterstraumatologie ein.
2014 übernahm Dr. Jörg Schwab als Chefarzt die Leitung der Geriatrie des DGD Diakonie-Krankenhauses Wehrda und entwickelte diese in den folgenden Jahren entscheidend weiter. Unter seiner Führung wurde die Abteilung modernisiert, ausgebaut und interdisziplinär noch stärker vernetzt. Er legte besonderen Wert auf eine ganzheitliche Sicht auf ältere Patientinnen und Patienten, die medizinische Behandlung, therapeutische Begleitung und seelische Unterstützung gleichermaßen umfasst – viele seiner Impulse in der patientenorientierten Versorgung wirken bis heute in der Arbeit der Station nach.
Auch nachdem Schwab 2024 die Leitung der Geriatrie an seinen Nachfolger, Chefarzt Kalin Georgiev, übergab, blieb er der Klinik eng verbunden und arbeitete weiterhin als Oberarzt in der Abteilung. Seine Erfahrung, seine Kompetenz und seine zugewandte Art machten ihn über Jahre hinweg zu einer geschätzten und anerkannten Persönlichkeit innerhalb des Ärzteteams.
Darüber hinaus war Dr. Schwab ein hochgeschätzter Dozent und publizierte wertvolle Fachbeiträge zur Geriatrie, Altersheilkunde und interdisziplinären Versorgung, gab sein Wissen weiter an Studierende, Fachkräfte, Kolleginnen und Kollegen.
Ein Mediziner mit tiefer spiritueller Überzeugung
Er war nicht nur ein brillanter Arzt, sondern auch ein tief gläubiger Christ und engagierter Laienprediger. Dr. Jörg Schwabs spirituelle Überzeugung leitete sein Handeln in Beruf und Privatleben gleichermaßen. In Predigten und Gesprächen vermittelte er Trost, Hoffnung und ethische Werte, die er nahtlos in die patientennahen Aspekte der Geriatrie einfließen ließ. Sein Glaube verlieh seiner Arbeit eine besondere Tiefe und Humanität, die viele Patientinnen und Patienten wie Mitarbeitende berührte und stärkte.
Unter seinen Kolleginnen und Kollegen hat er fachlich wie menschlich hohe Wertschätzung und Sympathie erfahren. Viele erinnern sich an seine ermutigenden Worte in schwierigen Situationen, an seine Kompetenz bei komplexen medizinischen Fragestellungen und an sein Engagement für die kontinuierliche Weiterbildung des Teams.
„Wir sind Dr. Schwab unendlich dankbar für seine fachliche Expertise, seine patientenorientierte Haltung und den bleibenden Einfluss auf unser Haus. Sein Vermächtnis wird uns weiterhin inspirieren und leiten – wir werden ihn als außergewöhnlich engagierten, verlässlichen Kollegen und warmherzigen Menschen in ehrender Erinnerung behalten“, sagt Sebastian Spies. Gedanken und Gebete der Mitarbeitenden gelten nun Dr. Schwabs Familie und seinen Angehörigen, denen das Klinikteam viel Kraft, Gottes reichen Segen und Beistand in dieser schweren Zeit wünscht.
